| Eröffnung: | 16. Januar 2009 |
| Ausstellungsdauer: | 16.01.2009 - 11.03.2009 |
| Öffnungszeiten: | Mo-Fr.: 10.30 - 19.30 Uhr Sa.: 10.30 - 18.00 Uhr |
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»GROSSE FERIEN«
Es sind die kleinen Dinge im Leben, die das besondere ausmachen. Jenen Dinge, die in der Alltagshektik gerne übersehen werden, widmet die junge Fotografin Frauke Schumann seit einigen Jahren bei ihrer Arbeit eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Auf den ersten Blick wirken ihre Bilder bisweilen eher kühl und nüchtern. Das Gegenteil ist jedoch der Fall - sie sind jedoch fein beobachtet und bis ins Detail durchdacht. Das zeigt sich im Bildaufbau, der Farbigkeit, ja in einer gewissen Unaufdringlichkeit der Fotos, die sich – ganz nach dem Titel der Ausstellung – wohltuend ruhig und natürlich zeigen.
Seit Herbst 2005 fährt die diplomierte Fotodesignerin in Badeorte, um deren Eigenarten zu einer ganz besonderen Zeit einzufangen: nach der Saison, menschenleer, im Winter, ohne Leben. Sind einmal mehr Menschen dort, wartet sie, bis der Blick auf die Natur wieder frei ist oder nur wenig bevölkert. So kommt die Ruhe in ihren Bildern aus der Gruppe „Am Meer“ zustande, die auf den Betrachter einwirkt, als wäre er selbst am leeren Strand. „Es gibt Situationen, in denen finde ich es spannender, nicht die Menschen selbst im Bild zu zeigen, sondern Dinge, die auf sie verweisen“, sagt Frauke Schumann. Ihre Arbeiten erzählen Geschichten, die jeder so oder ähnlich schon gesehen und erlebt zu haben glaubt.
Für ihre Diplomarbeit „Ein Stück Deutschland“ hat sich Frauke Schumann vier Monate lang in „Urlaub“ begeben: Auf dem Campingplatz Hoher Niemen bei Haltern am See hat sie mit ihrem Wagen auf Parzelle 4146 gelebt und sich mit ihrer Kamera umgeschaut. Die Fotos zeigen eine Welt, in der Ordnung herrscht, eine deutsche Ordnung, in der sich neben den unvermeidlichen symmetrisch geschnittenen Hecken und quadratischen Plattenbelägen, die für Abgrenzung sorgen, eine Menge Details mischen, um dem Leben seine Individualität zu bewahren: Vorbauten vor den Wohnwägen, Satellitenschüsseln, Plastikgießkannen und Blumenrabatten, aber auch Vorhänge und Spitzendeckchen, Insignien einer typisch deutschen Wohnart, haben hier ganz selbstverständlich ihren Ort.
Auch in ihren Portraits, der letzten Werkgruppe, zeigt sich Frauke Schumanns Fähigkeit, das vordergründig Einfache in ihren Bildern zu etwas Besonderem zu machen. So erzeugen die Momentaufnahmen der Menschen bei den Betrachtern nicht zuletzt dank der eingängigen verständlichen Bildsprache eine reizvolle Tiefe, die Vieles freilegt, das ansonsten übersehen worden wäre.
Frauke Schumann, geboren 1978 in Zeppenfeld bei Siegen, hat nach einer Fotografenlehre von 2002 bis 2007 an der Fachhochschule Dortmund Fotodesign studiert. Ihr wesentliches Thema sind Veränderungen, die Orte und Menschen im Laufe der Zeit erfahren. Arbeiten von Frauke Schumann waren bereits in Gruppenausstellungen im Dortmunder Kunstverein und in der Bastion in Bochum vertreten. Teile der Arbeit „Ein Stück Deutschland“ wurden in der Beilage der TAZ zur Leipziger Buchmesse abgedruckt. Frauke Schumann lebt und arbeitet als selbständige Fotografin in Dortmund.
Teile der Ausstellung werden in den Räumen Galerie Degenhartt, Ackerstraße 14/15 präsentiert. Die Vernissage findet an beiden Orten zeitgleich statt.


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