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Martin Sachse: »Technische Objekte«

Aktuelle Ausstellung bei Monochrom®-Berlin

Eröffnung:12. März um 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer:13.03.2010 - 05.06.2010
Öffnungszeiten:Mo-Fr.: 12.00 - 19.30 Uhr
Sa.: 10.30 - 18.00 Uhr
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Technische Objekte

Was ist schön? In unserer Topmodellwelt wird ja gern so getan, als ob man das wissen könnte. Einer für alle und allemal. Wir leben mit dem dumpfen Gefühl dass Evolution auch etwas mit Design zu tun hat und Ikea zwar nicht stabiler als Gelsenkirchener Barock ist, aber unseren Augen trotzdem besser tut. Manchmal würden wir Apple auch ein paar Akkutechniker mehr wünschen, aber wahrscheinlich brauchen wir deren Designer doch mehr zum besser Leben. Es geht voran, aber warum? Wahrscheinlich einfach nur, weil wir etwas kaufen sollen. Und dafür muss es schön sein. Oder schöner.
Das mag fast immer so sein. Aber nicht immer. Denn die Objekte mit denen wir uns umgeben müssen, sind nun einmal von Menschenhand gemacht. Und so ganz wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie auch schön sein können, weil die Menschen, die sie erschaffen haben, einfach etwas schönes schaffen wollen. Während heute der Web-2.0-er vor seinem Statuslaptopphone sitzt und die Schreibblockade im Latte-App ertränkt, hat einmal ein bulgarischer Ingenieur vor 50 Jahren seinen Zeichenstift zur Seite gelegt in der festen Überzeugung, dass ihm der Manometer heute mal besonders gut gelungen ist.
Wenn man durch die Technischen Objekte von Martin Sachse streift, dann weiß man, es gab sie zu allen Zeiten. Die Dinge, die aus sich heraus schöner sein wollten. Für die Kamera herausgeputzt vor weißem Hintergrund, in ihrer Größe egalisiert und trotzdem ihrer Individualität nicht beraubt, sondern darin noch betont. Das fotografische Auge fokussiert sich auf Form und Funktion und erweist selbst dem Objekt die Ehre schon durch die Aufnahmetechnik mit dem 4x5“ Großformatdia. Objekte vom Trödel wie vom Großmarkt - wie geliehen oder von der Wand gefallen. Die Welt ist voll davon. Wir müssen die Augen nur aufmachen. Und das war für Fotografen schon immer das wichtigste: Die Augen auf-zu-machen.  
80 Jahre nach Renger-Patzsch ist die Welt immer noch nicht richtig schön. Aber dass es für die einen darum geht, das doch zu versuchen und für die anderen, das auch zu erkennen, daran hat sich nichts geändert.

Austellungsbild 1

Austellungsbild 2

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